Wirtschaftsförderer erzählen von ihren Erfolgsgeschichten

In unserer Serie „Erfolgsgeschichten aus der Wirtschaftsförderung“ erzählen Kollegen aus ganz Deutschland von ihren großen und kleinen Erfolgen aus dem Arbeitsalltag. Ob erfolgreiche Markenbildung, der Anschluss ans Glasfasernetz oder die Umfrage in der eigenen Wirtschaft mit überraschend positivem Feedback – wir alle haben unsere Erfolgserlebnisse. Und davon erzählen unsere Geschichten.

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Argumente herausarbeiten und kommunizieren - Investoren-Marketing ist auch Stadtmarketing

Investoren-Marketing ist auch Stadtmarketing

In vielen Regionen sind Gewerbe- und Industrieflächen bereits heute Mangelware. Oft dauert es Jahre, bis neue Flächen ausgeschrieben werden können. In der Zwischenzeit müssen Wirtschaftsförderer und Bürgermeister im schlimmsten Fall sogar das Abwandern von bereits ansässigen Unternehmen fürchten, weil sie am Standort nicht mehr wachsen können.

Der Weg zu neuen Gewerbeflächen kann nur mit einem langen Atem und viel Durchhaltevermögen erfolgreich gegangen werden. Oft wenden sich die Verantwortlichen danach deshalb neuen Aufgaben zu, obwohl die Ausschreibung von Flächen erst der erste Schritt zur Erfolgreichen Ansiedlung mit vielen neuen Arbeitsplätzen sein kann.

„Uns war klar, von alleine läuft es nicht“, erinnert sich Christian Wagner, Bürgermeister der Stadt Nettetal. Als die Stadt vor zwei Jahren eine größere Gewerbefläche anbieten konnte, leiteten die Verantwortlichen auch einen Marketingprozess ein, der die gesamte Stadt und ihre Vorzüge und nicht nur die eigentliche Fläche berücksichtigte.

Die Vermarktung beginnt, wenn die Fläche da ist

Wegen der Fläche alleine kommt heute kein Unternehmer mehr in eine Region. Alles muss stimmen: Infrastruktur, Fachkräfte, Lebensqualität, Gewerbesteuer. Ganz besonders wichtig sind auch bereits angesiedelte Unternehmen einer bestimmten Branche. Sie bilden sogenannte Cluster, also Spezialisierungen in einem wirtschaftlichen Bereich. Wenn die Vermarktung des eigenen Standorts bisher zu kurz kam, ist eine neue noch leere Gewerbefläche ein guter Ausgangspunkt, um in die Vermarktung einzusteigen. Die Stadt oder die Gemeinde muss sich aufmachen und von ihren Vorzügen zu erzählen.

„Wir haben diese Phase genutzt, um zu schauen, in welchen Branchen unsere Stärken liegen“, sagt Wagner. Danach kann aktiv um Unternehmen aus diesen Branchen geworben werden. „Mit ein bisschen Marketing ist es aber nicht getan“, ist Wagner überzeugt. „Da muss von Seiten der Wirtschaftsförderung ein guter Unternehmensservice dahinterstehen. Wir wollten eine ganzheitliche Darstellung unserer Stadt. Eine Darstellung, die Unternehmer und Unternehmen genauso anspricht wie junge Familien, die die Fachkräfte unserer Heimat sind.“

Um hier aus einer Hand vermarkten zu können, gründen Standorte in den letzten Jahren immer öfter eine eigene Projektgesellschaft. Der Vorteil: Die Gesellschaft ist unabhängig genug, um konzentriert an einem Thema – der Vermarktung – arbeiten zu können, und integriert genug, um abgestimmt und authentisch auch andere als die rein wirtschaftlichen Standortfaktoren vertreten zu können.

Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung gehen Hand in Hand

Entscheidet sich ein Unternehmer für einen Standort, helfen kurze Wege bei der schnellen Planung. Vom Unternehmensservice, dass das Marketing für einen Standort unternimmt, sind kurze Wege in die Verwaltung für Themen wie Bauordnung, Planung oder Tiefbau entscheidend. Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung sollten deshalb zusammen gedacht werden.

„Die Vertriebsgesellschaft ist für uns der nächste wichtige Schritt“, antwortet Bürgermeister Wagner auf die nächsten Schritte in der Vermarktung gefragt. „Wir wollen das Marketing eng an unsere Stadt binden und von hieraus Unternehmen und Fachkräfte ansprechen.“

 

Bürgermeister der Stadt Nettetal, Christian Wagner.