Wirtschaftsförderer erzählen von ihren Erfolgsgeschichten

In unserer Serie „Erfolgsgeschichten aus der Wirtschaftsförderung“ erzählen Kollegen aus ganz Deutschland von ihren großen und kleinen Erfolgen aus dem Arbeitsalltag. Ob erfolgreiche Markenbildung, der Anschluss ans Glasfasernetz oder die Umfrage in der eigenen Wirtschaft mit überraschend positivem Feedback – wir alle haben unsere Erfolgserlebnisse. Und davon erzählen unsere Geschichten.

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„Unsere Themen sind immer alt und immer neu“

Michael Dannebom ist Geschäftsführer einer der ältesten Wirtschaftsförderungen Deutschlands. Er ist sich sicher: Alles bleibt anders.

Die Stadt Unna gründete 1961 die erste Wirtschaftsförderung Deutschlands. Damals eine vollkommen neue Idee und eine Antwort auf den sich abzeichnenden Strukturwandel im Ruhrgebiet. Dr. Michael Dannebom ist seit 1990 Wirtschaftsförderer und seit 1999 Geschäftsführer. Die Themen von heute ähneln denen zu Beginn seiner Karriere – eigentlich haben sie sich auch seit der Gründung der ersten Wirtschaftsförderung kaum verändert. Inhalte und Arbeitsweise eines Wirtschaftsförderers sehen heute trotzdem vollkommen anders aus als zur Zeiten des Wirtschaftswunders.

Wirtschaftsförderer vermitteln heute zwischen selbstbewussten Bürgern, Politikern und Unternehmern mit klaren Vorstellungen

„Die Menschen haben heute ganz andere Ansprüche an die heimische Wirtschaft“, sagt Dannebom: „Früher haben Sie als Wirtschaftsförderer in kleinem Kreis mit den politischen Entscheidern Projekte geplant und umgesetzt. Heute fordern die Bürger ihr Mitspracherecht ein. Ich finde zu Recht. Wirtschaftsförderer müssen heute auch Bürgerbeteiligung sicherstellen können.“ Langwierige Prozesse der Bürgerbeteiligung wie bei Stuttgart 21 sind prominente Ausnahmen. Doch auch im kleineren Rahmen, beim Bau eines Windparks oder der Planung eines neuen Gewerbegebiets, müssen Wirtschaftsförderer heute zwischen Politik, Wirtschaft und Bürgern vermitteln können.

Michael Dannebom meint, dass Wirtschaftsförderer immer wieder neue, zeitgemäße Antworten finden müssen: „Immer mehr Wirtschaftsförderer stehen in Zukunft vor dem Problem, keine neuen Flächen mehr ausweisen zu können. Die Revitalisierung bestehender Gewerbeflächen tritt stärker in den Fokus.“ Ein Trend, der sich Bundesweit abzeichnet, wie unsere aktuelle Befragung unter über 250 Wirtschaftsförderern zeigt. Ein anderes Beispiel ist der Wandel im Umgang mit Innovationsförderung: Staatlich geförderte Innovationszentren treten in den letzten Jahren in den Hintergrund. Die Lücke schließen privatwirtschaftliche Forschungseinrichtungen, die in Zukunft laut Dannebom an Bedeutung gewinnen werden.

„Haltet die Augen auf, was da kommt“

Technische Neuerungen, die bestehende Industrien und Dienstleistungen in kurzer Zeit vollständig verdrängen können – neudeutsch „disruptive Technologien“ – werden in immer kürzeren Abständen vorgestellt. Wirtschaftsförderer geben heute Hilfe zur Selbsthilfe, damit die heimische Wirtschaft Trends nicht verschläft und sichergeglaubte Jobs auch wirklich morgen noch in der Region zur Verfügung stehen. „Wirtschaftsförderer müssen heute an ihre Unternehmen appellieren: Seid wachsam, haltet die Augen auf, was da kommt. Und deshalb müssen wir heute natürlich auch stärker als in der Vergangenheit Unternehmen das Thema Technologietransfer als entscheidenden Bereich der Bestandspflege vermitteln.“

„Vor fünfzehn Jahren hat noch keiner über Breitband gesprochen“

Ein weiteres Beispiel für eine neue Aufgabe in einem traditionellen Thema der Wirtschaftsförderung ist der flächendeckende Ausbau des schnellen Internets mit Glasfaser. „Der Breitbandausbau kann mit dem Entwicklungspotenzial der Unternehmen kaum mithalten“, schätzt der Wirtschaftsförderer den aktuellen Stand ein. „Die heimische Infrastruktur war für die Wirtschaftsförderung schon immer ein Thema. Aber, dass flächendeckende Breitbandanschlüsse überall in Deutschland notwendig werden würden, war lange nicht absehbar.“ Und so entwickeln sich neue Themen in traditionellen Themengebieten der Wirtschaftsförderung und erneuern die Konzepte und Herangehensweisen dauernd: „Am Ende hängt alles mit allem zusammen und unsere Themen müssen wir zusammenhängend betrachten.“

Dr. Michael Dannebom, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kreis Unna

Dr. Michael Dannebom, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kreis Unna